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Pikant gewürzt   -   Gastrokritik

Verspielte Kulinarik-Adresse im Univiertel

Zum blauen Engel, Bern-Länggasse, Mai 2020 - Das Restaurant mit der kleinen Bar liegt unscheinbar in einer Seitenstrasse des Berner Hochschulquartiers, das mit seinen Fastfood-Lokalen und Takeaways kulinarisch nicht gerade verwöhnt ist. Wer aber "Zum blauen Engel" einkehrt, wird kaum gelangweilt von 0815-Kost, ganz im Gegenteil.


Küchenchef Martin Krebs zelebriert die klassische französische Küche mit neu interpretierten Rezepten. Zum Beispiel das zarte Kalbsbäggli-Ragout, geschmort in leichter Zimt-Schokolade-Sauce, zusammen mit einem geräucherten Schulterstück vom Piemonteser Rind ergeben einen tollen Aromenmix. Randen-Kartoffelstock und Selleriemöckli, getoppt mit einem knackigen Gemüsechips, ergänzen den ausladend präsentierten Fleischteller (Foto). Die ebenfalls beigelegten Krautstiele-Stückli gehen aromatisch leider unter.


Die langjährige Wirtin Charlotte von Gunten ist eine aufmerksame Gastgeberin. Das Lokal in den verwinkelten Räumen einer ehemaligen Druckerei ist ein Bijou, stimmungsvoll und mit Geschmack eingerichtet. Das barocke Dekor mit Kronleuchtern, Kerzen, Spiegeln, verspielten Nippes und farbigen Blumen erfreut das Auge, der Wein wird gepflegt in dickwandigen Kristallgläsern ausgeschenkt. Bei schönem Wetter sitzt man im lauschigen Garten, das viele Grün lässt Ferienstimmung aufkommen.


 

Innovative Urküche abseits vom Mainstream

Erner Garten, Goms VS, Mai 2020 - Klaus Leuenbergers kulinarische Handschrift ist unverkennbar, der Erner Garten lockt denn auch Feinschmecker der besonderen Art ins malerische Bergdorf. Die Speisekarte hebt sich wohltuend ab vom gastronomischen Mainstream und bietet regional inspirierte Raritäten, die begeistern und selbst den verwöhnten Gourmet überraschen.

Lecker mundet die Wildfang-Bouillabaisse mit Saibling und Forelle aus heimischen Bergseen. Die dazu gereichte Krebs-Mayonnaise mit einer Waffel entspricht der provenzalischen Rouille, die auf Weissbrot gestrichen dem deftigen Originalgericht zugefügt wird. Leuenbergers einmalige Kreation ist leichter und eleganter als die südfranzösische Fischsuppe. Dennoch vermeint man im friedlichen Ernen einen Hauch vom hektischen Marseille zu spüren.